[offene Masterarbeit] Was that Page Pleasant to Use? Usability-Metriken in einer echten Suchmaschine

Es gibt viel zu viele schlechte Webseiten! Schon mal versucht, auf www.finanzen.sachsen.de die Tagessätze für Auslandsreisekosten zu finden? Falls nicht, einfach mal ausprobieren und viel Spaß dabei! Oder schon mal auf der Seite der Uni Würzburg versucht, herauszufinden, wie genau eine Bewerbung für den Bachelor in Wirtschaftswissenschaften abläuft? Nein? Ist auch eigentlich besser so, weil der Versuch einen leicht in den Wahnsinn treiben kann.

Motivation: Usability? Nein, danke!

Viele Webseiten (auch großer Unternehmen) beweisen keinerlei Gespür für grundlegende Usability-Prinzipen, welche weder sonderlich neu noch sonderlich kompliziert sind. Häufig sind z. B. Informationen, die eine Großzahl an Nutzern betreffen, nicht direkt über die primäre Navigation erreichbar, sondern nur über verschlungene Pfade und zahllose Klicks. Und das trotz einer Fülle an Frameworks und Content-Management-Systemen, die modernste Webdesign- und Usability-Prinzipien unterstützen. Der wohl häufigste Grund für mangelnde Usability einer Webseite ist die Tatsache, dass entsprechende Tests nur unzureichend oder gar nicht durchgeführt werden, häufig aus Kosten- oder Zeitgründen.

The WaPPU dashboardUm dem entgegenzuwirken, habe ich als Teil meiner Doktorarbeit ein prototypisches Tool namens WaPPU entwickelt, welches es ermöglicht, wesentlich günstigere A/B-Tests auf Basis einer neuartigen Metrik für Usability durchzuführen. Das heißt, die Usability zweier leicht unterschiedlicher Versionen derselben Webseite wird während der Benutzung durch echte Nutzer in Form von Metriken in Echtzeit erfasst und in einem Dashboard visualisiert (siehe Abbildung).

Ziel der Arbeit

Mein Dissertationsprojekt ist eingebettet in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Unister GmbH in Leipzig, welche aktuell eine neuartige Reisesuchmaschine entwickelt. Der entwickelte Prototyp soll im Rahmen einer Masterarbeit in diese reale Suchmaschine integriert werden, um verschiedene Interface-Variationen im produktiven Betrieb anhand ihrer Usability bewerten zu können. Weitere Informationen können der offiziellen Ausschreibung entnommen werden. Interessenten melden sich bitte unter der in der PDF angegebenen E-Mail-Adresse oder über mein Kontakformular.

Demo

Ein Demo-Video zum WaPPU-Tool gibt’s hier.

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Offene Themen für Masterarbeiten: Benutzbarkeit von Web-Interfaces, Evaluierung und Metriken

An alle Masterstudenten in Leipzig und an der TU Chemnitz, die sich mit Human-Computer Interaction, Web-Interfaces und Usability befassen oder gerne befassen wollen: Aktuell habe ich in diesen Themengebieten zwei spannende Masterarbeiten zu vergeben!

Vergleich eines Metrik- und Interaktions-basierten Ansatzes mit etablierten Methoden zur Bestimmung der Benutzbarkeit von Web-Interfaces

Im Rahmen dieses Themas soll ein neuartiges A/B-Testing-Werkzeug, welches auf Nutzerinteraktionen und Benutzbarkeits-Metriken basiert, empirisch mit etablierten Methoden zur Evaluierung von Web-Interfaces verglichen werden. Solche etablierten Methoden umfassen z. B. Experteninspektionen, Heuristiken und Checklisten. Es soll erörtert werden, inwiefern sich der neuartige, WaPPU genannte Ansatz bzgl. Effektivität und Effizienz von den bestehenden Ansätzen unterscheidet. Ein fertiger Prototyp des A/B-Testing-Werkzeugs WaPPU wird gestellt.

Link zur Ausschreibung der Masterarbeit

Usability as a Service: Entwicklung eines WordPress-Plug-ins zur quantitativen Bestimmung von Benutzbarkeit

Ziel dieser Arbeit ist die Überführung eines bestehenden A/B-Testing-Prototypen in ein WordPress-Plug-in, welches es ermöglicht, die Benutzbarkeit eines Blogs basierend auf clientseitigen Nutzerinteraktionen vorherzusagen. Basierend auf Trainingsdaten von bestehenden Blogs sollen in einem zentralen Repository Template-abhängige Benutzbarkeitsmodelle gelernt werden. D. h. mehrere Blogs, die dasselbe WordPress-Template verwenden, tragen Daten zu einem gemeinsamen Modell bei. Ein neu aufgesetztes Blog, welches auf demselben Template basiert, soll dann mithilfe des Plug-ins unmittelbar Vorhersagen zur Benutzbarkeit seines Interfaces erhalten können.

Link zur Ausschreibung der Masterarbeit

Beide Arbeiten werden in Kooperation mit der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Unister GmbH (Leipzig) im Rahmen eines echten Industrieprojektes durchgeführt. Falls ihr an der TU Chemnitz seid, müsst ihr dafür natürlich nicht extra nach Leipzig ziehen ;). Bei Interesse an einer der Arbeiten wendet euch bitte an die in den Ausschreibungen angegebenen Kontaktpersonen, d. h. mich selbst oder Dr. Andreas Both. Studenten der TU Chemnitz können sich auch an Prof. Martin Gaedke von der Professur für Verteilte und Selbstorganisierende Rechnersysteme (VSR) wenden.